Kommt bald die Impflicht für den Flug nach Kanada?

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Lange hat Deutschland auf diese Nachricht gewartet: Ab dem 27. Dezember beginnen die Impfungen gegen den Corona Virus. In Kanada wird bereits seit mehreren Wochen geimpft. Bedeutet das, dass es für Flüge nach Kanada für deutsche Touristen bald eine Impfpflicht gibt? Wir klären auf in unserem Ratgeber.

Impfstoff auch für Deutschland

Zu Beginn dieses Jahrs begann eine der schwerwiegendsten Krisen in der Menschheitsgeschichte: Die Corona Krise. Jetzt, im Dezember 2020, haben die Impfungen gegen das Virus begonnen. Zuerst in England, dann auch in Kanada und in den USA wurden umfangreiche Impfkampagnen gestartet. Für Deutschland wurde der Starttermin auf den 27.Dezember festgesetzt.

Als es das erste Mal Berichte über die baldige Zulassung der Impfstoffe gab, waren das gute Nachrichten. Denn sofort schnellten die Suchanfragen auf Urlaubs-Buchungsseiten in die Höhe. Wenn alle Länder der Welt über einen Corona-Impfstoff verfügen, dann sollte ja schließlich auch das Reisen wieder problemlos möglich sein. Allerdings wird ein Reisen wie vor Corona wohl doch nicht sofort wieder möglich sein. Was Sie für Ihre Flugreise nach Kanada künftig beachten müssen erklären wir genauer in diesem Artikel.

Die weltweite Verteilung des Impfstoffes

Viele deutsche Urlauber wollen wissen, ob man für eine Flugreise nach Kanada bald einen Impfnachweis braucht. Um das zu beantworten werfen wir einen Blick auf die Verteilung der Corona-Impfungen.

Schon am 8. Dezember hat Großbritannien mit dem Impfen gegen das Coronavirus begonnen. Mit Einsatz des Pfitzer-Biontech Impfstoffes impfen jetzt sogar schon Hausartpraxen in England, Wales, Schottland und Nordirland. Unter dem umfangreichen Einsatzes des neuen Mittels konnten bereits 500.000 Einwohner eine Impfung erhalten. In diesem Tempo will Großbritannien bis zum Sommer den Großteil der Bevölkerung gegen Corona impfen.

Die beiden nächsten Industriestaaten, die mit dem Impfen begannen, waren die USA und Kanada. Am 14.12 startete das Impfen in den Vereinigten Staaten und am 15.12 in Kanada. Sogar der nächste US- Präsident Joe Biden hat sich schon vor laufender Kamera impfen lassen. In Kanada wird bisher auch Pfitzer-Binotech verwendet. In den USA werden darüber hinaus jetzt auch Impfungen mit dem neuen Corona-Impfmittel von Moderna durchgeführt.

Der Plan der US-Bundesregierung ist es, bis zum Juni 2021 alle US-Bürger, die das möchten, gegen Corona zu impfen. In Kanada will man laut Premier Minister Trudeau bis September 2021 einen Großteil der Bevölkerung gegen Corona impfen. Der Zeitplan liegt hier also ähnlich, wie in Großbritannien.

So auch in Deutschland. Denn nach der Zulassung des Pfizer-Biontech Impfstoffes soll es jetzt schnell gehen. Bereits am 27. Dezember sollen die ersten Personen in Deutschland geimpft werden. Dabei sollen zuerst Risikogruppen geimpft werden. Dazu gehören unter anderem Menschen über 80 und Mitarbeiter in Krankenhäusern und Altenheimen. Das Ziel ist es, dass bis zum Sommer 60% der Bevölkerung in Deutschland geimpft sind.

Die EU und Nordamerika sind also bestens darauf vorbereitet, die eigene Bevölkerung mit dem Impfstoff zu versorgen. Das ist im Rest der Welt anders. Eigentlich war geplant, dass die WHO und die UN durch Hilfsprogramme für eine faire Verteilung des Impfmittels sorgen. Diese Programme sind aber drastisch unterfinanziert. Und allein haben viele Länder der Dritten Welt weder die Infrastruktur noch die finanziellen Mittel, um sich genug Impfdosen zu sichern. Das sorgt natürlich dafür, dass die Airlines jetzt vor einem großen Problem stehen. Was macht man bei Reisen von einem Land mit Impfstoff in ein Land ohne Impfstoff? In einem solchen Fall kann es extrem schwierig sein, einen Impfnachweis zu verlangen. Gleichzeitig kann es dadurch wieder zu Beschränkungen und Verboten für Urlauber kommen.

Wird es eine Impflicht geben?

Dass der Impfstoff auf der Welt nicht koordiniert verteil wird, stellt für die Urlaubsplanung ein großes Problem dar. Es gibt aber noch ein weiteres Problem, dass auch Airlines und Urlauber gleichermaßen betrifft. Es sieht aktuell stark danach aus, als würde jedes Land dieser Welt individuell entscheiden, ob es eine Impflicht gibt oder nicht.

Für Deutschland hat Gesundheitsminister Jens Spahn einer solchen Impfpflicht bereits eine Absage erteilt. Sein Ministerium verweist weiterhin darauf, dass das deutsche Gesetz so etwas auch gar nicht erlauben würde. Auch in den meisten anderen EU-Ländern wie etwas Frankreich und Spanien wird es keine Impfplicht geben.

Auf dem amerikanischen Kontinent sieht das wieder anders aus. In vielen Ländern Südamerikas wie Brasilien und Argentinien gibt es schon seit Jahre eine Impflicht. So zum Beispiel für das Gelbfieber. Auch in den USA haben mehrere Bundestaaten angekündigt, die Einführung einer Impfpflicht zu bedenken. In Kanada kann es nach dem Gesetz ebenfalls nicht zu einer Impflicht kommen. Auch der Arbeitgeber darf einen dort nicht zum Impfen verpflichten.

Was sagen die Airlines?

Im Endeffekt stehen die Airlines aktuell vor zwei großen Problemen: Die Verteilung des Impfstoffes wird weltweit völlig unterschiedlich schnell verlaufen. Zeitgleich wird es überall auf der Welt unterschiedliche Vorschriften zu einer Corona-Impflicht geben. Für jede unterschiedliche Flugroute wird es für die Airlines also theoretisch unterschiedliche Richtlinien geben.

Die Airlines haben aktuell wenig Planungssicherheit. Das liegt an zwei Dingen. Einmal der ungleichen globalen Verteilung des Impfstoffes. Und zum anderen daran, dass jedes Land der Welt die Einführung einer Impfpflicht unterschiedlich handhaben muss. Es könnte also gut sein, dass es künftig unzählige verschiedene Vorschriften für die Airlines gibt.

Natürlich müssen die Fluggesellschaften zunächst in Übereinstimmung mit den Gesetzen im eigenen Heimatland agieren.  Gleichzeitig muss eine Airline auch die Regeln eines Ziellandes befolgen. Ansonsten wird eine Fluggesellschaft für dieses Land keine Lizenz erhalten. Das gilt jetzt zum Beispiel schon bei den besonderen Sicherheitsvorkehrungen. So unter anderem  für Flüge nach Israel oder in die USA.

Da die Airlines sich im Moment also nicht wirklich auf die nächsten Monate einstellen können, gibt es zu einem Impfnachweis aktuell nur wenig Aussagen. Die deutsche Lufthansa hat sich, in Übereinstimmung mit der Bundesregierung gegen eine Impfpflicht ausgesprochen. Um zukünftig jedoch mit der australischen Airline Qantas fliegen zu wollen, muss man bald einen Impfnachweis vorzeigen.

Werden Flugreisende nach Kanada einen Impfnachweis vorlegen müssen?

Ob eine Airline auf einem Flug nach Kanada zukünftig einen Impfnachweis verlangen wird, ist wahrscheinlich von Fall zu Fall unterschiedlich. Denn wie bereits erwähnt, haben die Fluggesellschaften dazu ganz unterschiedliche Positionen.

Es kann aber auch gut passieren, dass eine Einreise ohne Impfnachweis zukünftig nicht möglich sein wird. Einfach weil die kanadischen Behörden das verlangen. Denn nur weil es im Land keine Impfpflicht geben wird, sagt dass wenig über zukünftige Einreisevorschriften aus.

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